Manning Gorge 27.08.2016

Alle sagen, dass man immer volltanken soll, wenn sich die Gelegenheit bietet. Beim Mt. Barnett Roadhouse bietet sich die Möglichkeit – zu 2.05$/Liter. (Im Nachhinein völlig unnötig…)

IMG_1209_manning_tanken

Ausgerüstet mit einem vollen Tank, ein paar Äpfeln und Tomaten und einem Sandwich zu 28$ machen wir uns auf den Weg zum Campground und sind vom Badebereich, der gleich neben dem Campingplatz liegt, ganz begeistert. Das Wasser ist glasklar, große Steine laden zum Sonnenbaden ein, das Becken ist von viel Grün umgeben. Weil die Wanderung zur Gorge bietet, entscheiden wir uns für einen gemütlichen Nachmittag am See. Wir kochen und genießen einen schönen Abend. Leider füllt sich der ganze Camp ground mit Rauch, der auch in unser Auto zieht und uns nicht besonders gut schlafen lässt.

Mit einem Boot ziehen wir uns auf die andere Seite des herrlichen Badeteichs des Camel Creek Campsites.IMG_0001_manning_boot

Der Weg in die Schlucht bietet wenig Schatten und ist in etwa einer Stunde geschafft. Der Pool ist riesig – der Wasserfall aber schon sehr klein, wegen der ausgefallenen „wet season“.IMG_1227_manning

Wir schwimmen hinter den Wasserfall IMG_4020_manning_wasserfall– ein toller Pool.IMG_4030_manning_dagmar_stefan

Raus aus dem Wasser und wir sehen den ersten „Monitor“ – einen kleinen Waran.IMG_4050_manning_monitor

Ellenbrae Station 26.08.2016

Wir lassen das geschäftige El Questro hinter uns und wenden und Richtung Westen, wo nun endlich die echte Gibb beginnt. Hier erwarten uns gravel roads, also regelrechte Pisten ohne befestiges Bankett und immer wieder liegen große Steine auf der Straße, oder schlecht befestigte Furten kreuzen den Weg. Stefan jagt die gute Wilma über Stock und Stein und wir hoffen, dass die Reifen halten. Es gibt verschiedene Abzweigungen und wir entscheiden uns für die Ellenbrae Station, weil diese mit feinen Scones mit Cream und Jam aufwarten und Vogelbeobachtungstouren anbieten sollen. Die Scones entpuppen sich als kleine Germteigkuchen, die wirklich ausgezeichnet schmecken. IMG_9950_ellenbrae_sconesWir essen sie im ungewöhnlich grünen Garten der Station und beobachten dabei kleine Finken, die schwarz-weiß getupft sind und besonders herausgeputzt ausschauen. DSCN1336_ellenbrae_finkenDie Besitzerin der Station füttert die kleinen Gäste das ganze Jahr hindurch, daher sind sie immer anwesend. Wir entscheiden uns für eine Übernachtung auf dem unpowered Campground, der dann allerdings nicht mehr ganz so elegant daherkommt. Der nahegelegene Billabong ist uns etwas zu schlammig. Vögel sehen wir dort keine, dafür trinken die Kühe dort und wandern anschließend zwischen den Campern durch. Ab 15 Uhr wird ein riesiger Ofen angefeuert, damit wir warmes Duschwasser haben, was auch wirklich einwandfrei funktioniert.DSCN1349_ellenbrae_ofen

Ein Ausflug in die nahe „sandy gorge“ führt uns über eine enge Sandstraße, die sich z.T. wie Schneefahrbahn anfühlt.DSCN1379_ellenbrae_sandy_gorge_weg Beim Wasserloch sind dann aber gerade keine Tiere.

Beim Zähneputzen finden wir im Waschbecken einen kleinen Frosch vor, der anscheinend über das viele Wasser, das hier fließt, Bescheid weiß. Nach einem romantischen Lagerfeuer mit unglaublichem Sternenhimmel mit Sternschnuppe! verbringen wir eine kalte Nacht mit nur 6 Grad. Wir frieren bis Stefan zu mir unter die Decke kriecht. Dann wird´s besser.

Amalia Gorge 25.08.2016

Nach einer kalten Nacht in El Questro sind wir richtig in Stimmung für die warmen Quellen von Zedebee. In wenigen Minuten haben wir den entsprechenden Parkplatz erreicht und uns schwant schon Böses, als wir einen Bus auf dem Platz sehen. Wir rechnen mit einem gut gefüllten Becken, gehen aber davon aus, dass es für uns schon noch ein Plätzchen geben wird. Der leichte Weg führt in wenigen Minuten zu den Quellen. Dabei passieren wir einen lauschigen Palmenwald, durch den kleine Bächlein fließen. IMG_9853_zedebe_springVogelgezwitscher und Schmetterlinge tun ihr übriges. Die warmen Quellen entpuppen sich als ein Bach, der quer durch den Wald fließt und kleine Wannen bietet, in denen sich allerdings bereits für uns zu viele Menschen tummeln.

 

Wir ziehen einen ruhigeren Platz vor und entscheiden uns für die Amalia Gorge, in der wir vermutlich allein sein werden. Sie ist mit 2,5 Stunden und Schwierigkeitsgrad 4 angegeben. Daher erwarten wir eine Wanderung entsprechend der Emma Gorge vom Vortag, welche ebenfalls mit 4 angegeben und leicht zu schaffen war. Amalia ist jedoch von Anfang an anspruchsvoller. Wir folgen einem ausgetrockneten Flussbett steigen dabei über große Steine. Immer wieder geht es über felsige Hindernisse, die recht hoch sind, dahin. Wir folgen dem Flussbett weiter und erreichen ein schönes Wasserbecken, das wir von einem erhöhten Felsen aus betrachten können. IMG_9902_amalia_dagmar_vorsprung Fische schwimmen darin herum und die umliegenden Felsen spiegeln sich in der Wasseroberfläche. Nach einer kurzen Pause geht es weiter zur Schlüsselstelle. IMG_9869_amalia_stefan_trinktHier haben wir mehrmals Stufen eines Wasserfalls zu bewältigen. Stefan trägt meinen Rucksack und zieht mich immer wieder über hohe Stufen. Im Anschluss wandern wir an einem kleinen Bach der Gorge entgegen. Und dann das Großereignis: Eine dunkelgraue Schlange, einen guten Meter lang, flitzt vor meinen Füßen über den Pfad und verschwindet im Gestrüpp. Ich bin völlig us am Hüsle und vermute nun an jeder Stelle eine weitere. Zehn  Minuten später haben wir dann ohne weitere Schlangensichtung das Ende der Amalia Gorge erreicht. Sie liegt ganz einsam. Ein großes Becken mit einem sehr glatten Einstieg liegt vor uns, das von Felsen und Palmen begrenzt wird. Leider fehlt auch hier der Wasserfall, aber das Wasser ist angenehm kühl und wir baden gerne nach der Anstrengung im Becken. DSCN1251_amalia_dagmarEin australisches Pärchen kommt dann doch noch vorbei und wir unterhalten uns ganz ungezwungen, wie es bei den Australiern üblich ist. Kurz nach Mittag machen wir uns auf den Rückweg und sind über den Schatten der Felswände froh, weil die Sonne kräftig auf uns herunter brennt. DSCN1274_amalia_dagmar_palmenDen Nachmittag lassen wir gemütlich im Campground angehen. Wir essen, duschen und kümmern uns um die Wäsche. Richtig campen halt.

Emma Gorge 24.08.2016

Frühmorgens ist es in Kununurra kühl und windig. Stefan kriecht daher nochmals zu mir unter die Decke, die definitiv wärmer als die seine ist. Nach Lebensmittel Shopping, tanken und Kompressor einkaufen machen wir uns endlich auf den Weg in die Gibb River Road. Unser erstes Ziel ist die Emma Gorge, welche noch auf Asphalt erreicht werden kann. Bereits nach 60 Kilometern sind wir am Ziel. Die Emma Gorge ist Teil des El Questro. Wir finden inmitten der Wildnis ein elegantes Restaurant schöne und teure Unterkünfte und perfekte Organisation vor. Sofort drückt uns die freundliche Dame an der Rezeption Informationsblätter in die Hand, zeigt uns auf einem Plan, was man alles unternehmen könnte und empfiehlt uns, mindestns drei Tage zu bleiben. Wir bezahlen vorerst die Parkgebühr und machen uns auf den Weg zur Emma Gorge. IMG_9793_emma_signDiese ist mit einer Stunde Gehzeit angeschrieben und stellt sich als recht ambitionierter Weg über Stock und vor allem Stein heraus. IMG_1125_emmaWir überqueren den Bach mehrmals, sehen kleine Fische, viele schöne Schmetterlinge, dschungelähnliches Grün und immer wieder glasklare Billabongs, die zum baden einladen. IMG_9816_emmaNach 54 Minuten haben wir die Emma erreicht, zumindest eine von uns ist durchgeschwitzt und braucht dringend ein Bad in dem wunderschönen Becken, bei dem man bis auf den Boden schauen kann. Der Wasserfall ist wegen der langen Dürre nicht mehr erkennabar, es fallen lediglich einzelne Tropfen von den überhängenden Felsen, die sich 72 Meter (Stefan hat geschätzt) über uns auftürmen. Der Platz ist wirklich etwas Besonderes. Der Rückweg ist schnell bewältigt und wir machen auf den Weg zum Campingplatz Station. Auch hier ist alles perfekt organisiert. Für jede Wanderungs gibt es einen detaillierten Plan mit Streckenbeschreibung und Schwierigkeitsgrad. Wir nutzen die Happy Hour und hören einem talentierten Sänger zu. Wie unterschiedlich die Campingplätze hier doch sind. Einmal völlige Einsamkeit fast ohne Infrastruktur, dann ein Hotel mit Unterhaltung, Kiosk und Hubschrauberrundflug.

Bungle Bungles 23.08.2016

Pünktlich um 05:30 Uhr werden wir von Kimberly Airtours am Eingang des Campingplatzes abgeholt. Ein Pärchen sitzt bereits im Bus und in wenigen Minuten stehen wir schon auf dem Flughafen. IMG_8685_bungles_dagmar_stefanIn einer sechsplätzigen Cessna (der Platz der Pilotin ist da inkludiert) machen wir uns auf den Weg. IMG_1048_bungles_flugzeugErst jetzt wird mir klar, dass unsere Chauffeurin auch das Flugzeug steuern wird. Die Dame ist vielleicht 20 Jahre alt. Stefan und ich bekommen die mittlere Sitzreihe, somit können wir der Pilotin problemlos über die Schulter schauen.IMG_9777_argyle_flug_pilotin In kürzester Zeit sind wir bereits in der Luft und bewundern den Sonnenaufgang. Über den Argyle See geht es in gut 40 Minuten zu den Bungle Bungles. Vor diesen überfliegen wir allerdings mehrere aktive Buschbrände, die eine ganze Rauchwand bilden. Wegen dieser Brände war der NP auch bis zum Vortag geschlossen. Nachdem wir den Rauch umflogen haben, tauchen die seltsamen bienenkorbartigen Felsformationen vor uns auf.

IMG_1054_bunglesDie Pilotin manövriert nahe an den Felsen und bemüht sich, uns alles zu erklären. Mir wird durch die vielen Richtungsänderungen allerdings etwas flau im Magen, was auch am fehlenden Frühstück liegen könnte. IMG_1050_bungles_dagmarNach 20 Minuten verlassen wir die Bungles wieder und bekommen auf dem Rückflug die weltgrößte Mine für rosa Diamanten präsentiert. Nach einer eleganten Landung sind wir wieder in Kununurra angekommen und werden umgehend am Campingplatz abgesetzt. Während ich nochmals ein Stündchen schlafe, richtet Stefan das Frühstück. Den Rest des Tages verbringen wir mit Vorbereitungen für die Gibb River Road und am See faulenzen. Wir waschen die Wilma, die´s echt nötig hat, putzen die ganzen Schränke und räumen unsere Sachen neu ein und machen einen Großeinkauf. Beim thirsty Camel decken wir uns mit viel Bier und wenig Wein ein, welchen wir auch ohne ID bekommen, weil wir versprechen, nicht nochmals zu kommen. Bei Sonnenuntergang stehen wir mit unseren Nachbarn am Seeuferd und bewundern den Schwarm von Bee Eatern, der sich allabendlich auf den Bäumen am See versammelt. Dann werden wir von hunderten Bats (fliegenden Hunden) überrascht, die plötzlich über den See fliegen. Ein spektakuläres Bild!

Lake Argyle 22.08.2016

Wir haben am Big 4 Campground in Kununurra am Ord River so ein schönes Plätzchen gefunden, dass wir um zwei Nächte verlängern und unternehmen eine Sunset Tour am Lake Argyle. Wir fahren 60 Kilometer Richtung Süden, sind wie immer fast alleine unterwegs, und werden nach einem Informationsfilm über die Entstehung des Staudamms am Lake per Bus zur Bootsanlegestelle geführt. Die Tour ist bestens vorbereitet. Es gibt keine Wartezeiten, die Guides sind besonders bemüht und die ganze Gruppe wird mit Getränken und Fingerfood versorgt. Der Lake Argyle ist also ein Staudamm, der in den 70ern erbaut wurde, wobei mit einer vergleichsweise winzigen Staumauer ein riesiger See entstanden ist. IMG_3952_argyle_staumauerWir werden zu den Liegeplätzen der Freshies geführt, an bestimmten Plätzen werden Fische angefüttert, eine große Gänseschar wird zum Aufbruch „überredet“, Wallabys werden gesichtet, ein Jabiru (Storchenvogel) wird aufgestöbert – die beiden Guides geben sich alle Mühe, uns zu unterhalten. Der Höhepunkt ist sicherlich das Bad an der tiefsten Stelle des Sees. Mit Schwimmnudeln und jeweils einer Dose Bier ausgerüstet hupften die Gäste ins Wasser und genießen bei einem schönen Sonneruntergang ein kühles Bier. IMG_3922_argyle_schiffDie Tour ist schön, allerdings fehlt uns um den See herum doch die Vegetation, wodurch der See ziemlich an eine Wüstenlandschaft erinnert. Da wir erst nach Sonnenuntergang wieder beim Auto sind, müssen wir in der Dunkelheit zum Campground fahren. Natürlich steht bereits nach 500 Metern Fahrt ein Wallaby etwas verdattert neben der Straße und wir fahren besonders vorsichtig nach Hause.

Kununurra 21.08.2016

Wir sind über die Quarantänegrenze nach Westaustralien gefahren. Kartoffeln und Zwiebeln haben wir im Zebra Campground gelassen und die Äpfel alle aufgegessen. So sind wir ohne Probleme drüber gekommen. Die Australier sind besonders freundlich. Fragen nach unseren Reiseplänen und geben Tipps. Die Kontrolle läuft so nebenbei und hat nichts Unangenehmes an sich.

Im Big4 „discovery parks“ in Kununurra haben wir uns für drei Nächte eingemietet. Es gibt Duschen, Waschmaschinen, Trinkwasser und Strom! Luxus. Wir schmeißen gleich drei ganze Waschladungen an und fühlen uns endlich wieder gesellschaftsfähig.

Ausserdem ist unser Platz direkt am Wasser – eine Einbuchtung des Ord Rivers. Dort wohnt auch Dauergast George – eines der 30.000 Süßwasserkrokodile der Region. Wir sind uns nicht mehr ganz sicher, ob wir hier schwimmen wollen, zumal eine Australierin meinte, dass letztendlich niemand mit Bestimmtheit sagen kann, dass nicht auch Salties im Wasser sein könnten. Der breite Fluss ist wunderschön, wir haben aber niemanden schwimmen gesehen und werden uns gleich verhalten. Das Gewässer bietet vielen Vögeln ein schönes Revier. Mein besonderer Favorit ist der Bee Eater, der in ganzen Schwärmen unterwegs ist. Vor dem Schilfgürtel zeigen sich immer wieder Pelikane, und Kormorane trocknen ihr Gefieder in der Sonne. Wenn wir ein paar Krümelchen Brot ins Wasser werfen, stürzen sich gleich ix Fische darauf.

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Wir entscheiden uns gleich für drei Übernachtungen und machen von diesem Standort aus Ausflüge zum Argyle See und zum Bungle Bungle per Flugzeug.

 

 

 

Keep River National Park 20.08.2016

Der Keep NP gehört zu den kleinen NPs. Er verspricht Felsformationen, wie man sie auch im Bungle Bungle findet und wartet mit schönen Wanderungen auf.

Zuerst machen wir einen Abstecher in die „Cockatoo lagoon“ und sind von der Vogelvielfalt begeistert. Von Pelikanen zu Löfflern alles da.

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Bei der Rückfahrt war dann nichts da – so also kommen Orte zu so unterschiedlichen Bewertungen.

Wir fahren bis zum hinteren Campground und richten uns in Jarnem häuslich ein. Wegen der Hitze, setzen wir uns unter einen schattigen Baum, halten mit den Nachbarn ein Schwätzchen, die uns gleich den besten Wanderweg empfehlen und  brechen um 16 Uhr dann endlich zu unserer Tour auf.  Für die 8,5 km brauchen wir 2,5 Stunden. IMG_1008_keep_river_tafelnWir wandern zuerst durch Wiesen, dann treffen wir auf einen Eukalyptuswald mit schönen Schmetterlingen. Nach dem Wald beginnen die eindrucksvollen Felsen, die sich in roten Schichten auftürmen. In den kleinen Schluchten haben Palmen einen Platz gefunden. Eine ganz spezielle Landschaft. Wir passieren immer wieder Baotrees und es gibt unzählige Fotomotive. Die Wanderung wird durch Aborigine Zeichnungen gekrönt, die anscheinend Beutetiere darstellen. IMG_1007_keep_artAuf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher zum Lookout und sehen das einzige Känguruh des Tages.IMG_1017_dagmar_keep_river

Im  Campground treffen wir Paul aus Bern der 7 Monate lang mit dem Rad durch das Outback fährt. Wir machen ein Erinnerungsselfie.

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